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Therapie ist ein kreativer Prozess

Keiner hat jemals eine Seele gesehen. Jeder weiß, wie es ist, wenn sie leidet. Und manchmal schreit sie laut um Hilfe.
Wer unter seelischen und psychosomatischen Beschwerden wie etwa Depressionen, Ängsten, Sucht- oder Essproblemen etc. leidet oder Krisen, schwierigen Lebenssituationen oder beruflich bedingten Belastungen
(Mobbing, Burnout, Arbeitslosigkeit, Stress etc.) ausgesetzt ist, kann von psychotherapeutischer Beratung profitieren.

In der Integrativen Psychotherapie werden unterschiedliche Methoden individuell kombiniert.
In den von mir dabei angewendeten Therapieverfahren
  • Klientenzentrierte Gesprächstherapie
  • Klientenzentrierte Körpertherapie
  • Systemische Methoden
  • Schreibtherapie
  • Psychodrama
ist mir der Ansatz der Humanistischen Psychologie wichtig.

Humanistische Psychologie

Der Humanismus als geistige Bewegung geht auf die Antike zurück, die humanistischen Therapien entstanden erst in den 1970er Jahren und umfassen inzwischen ein breites Spektrum an Methoden, denen dasselbe Welt- und Menschenbild zugrunde liegt. Die humanistische Bewegung lehrt, dass sich eine gesunde und schöpferische Persönlichkeit mit dem Ziel der Selbstverwirklichung natürlicherweise entfalten will, d.h. jeder will im Grunde seiner Seele immer vollständiger, unabhängiger, selbstbestimmter und eigenverantwortlicher werden. Das ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Humanistische Therapien schaffen diese Voraussetzungen. Humanistische Grundsätze sind:

  • Jeder ist im Kern gut und gesund.
  • Jeder hat den Drang, sich einer inneren Ordnung gemäß frei zu entfalten, entwickeln und verwirklichen, und nur wenn er daran gehindert wird, erkrankt oder leidet er.
  • Jeder ist gut und richtig, so wie er ist und darf so sein.
  • Jeder tut das Beste, was er gerade gemäß seines Entwicklungsstandes, seiner Biografie, seiner Ressourcen gemäß zur Verfügung hat; hätte er etwas Besseres, würde er etwas Besseres tun.
  • Wir urteilen nicht, sondern akzeptieren jeden bedingungslos, genauso, wie er ist.
  • Wir wollen ihn nicht verändern, vielmehr unterstützen wir ihn darin, seiner eigenen inneren Ordnung und Wahrheit zu folgen und damit ganz und gar er selbst zu sein/zu werden.
  • In der humanistischen Therapie geht es nicht nur um Problemlösungen, sondern um eine Persönlichkeitsentwicklung, mit der Lösungen einhergehen.
  • Allen humanistischen Verfahren gemein ist die autoritäts- und abhängigkeitsfreie therapeutische Beziehung.
  • Der Klient wird ganzheitlich betrachtet, dazu gehören auch gesellschaftliche und familiäre Hintergründe.

Das mag sehr idealistisch scheinen, und früher wurden diese Ideen in der Psychotherapie als subversiv abgelehnt. Inzwischen aber haben sich diese Ideale etabliert und sind von klassischen Therapierichtungen teilweise adaptiert worden. Diese Verfahren wollen auch in die Gesellschaft hinein wirken und treten für menschenwürdigere und freiheitliche Lebensverhältnisse ein. Der Klient soll nicht dem System angepasst werden, damit er besser funktioniert, sondern das ganze System soll gerechter und menschlicher werden.

Sie finden das naiv? In der Praxis und in meinen Kursen funktioniert es - auch wenn es die Welt nicht verändert hat, hat es subjektive Welten verändert. Und vielleicht kennen Sie die Geschichte vom 100. Affen noch nicht? Es war einmal ein Affe, der kam auf die Idee, seine Kartoffeln in Meerwasser zu waschen. Das schmeckte besser, und so schauten es andere Affen von ihm ab und wuschen von nun an auch ihre Kartoffeln im Meer. Als eine sog. kritische Masse von 100 erreicht war, die es voneinander abgeguckt hatten, taten es ihnen plötzlich auf allen Teilen der Welt andere Affen nach, ohne dass sie miteinander Kontakt gehabt hätten …

 

Integrative Psychotherapie Die integrative Psychotherapie bedient sich – je nach Therapieziel und Persönlichkeit der Klienten – unterschiedlicher Methoden. Denn keine therapeutische Methode ist für jeden zu jedem Zeitpunkt hilfreich. Therapie ist kreativer Prozess, der den Klienten und deren Situation angemessen sein soll, so dass diese den größtmöglichen Nutzen für sich daraus ziehen können.
Im Laufe des therapeutischen Prozesses entscheide ich gemeinsam mit meinen Klienten, welches der jeweils nächste Schritt zum gesetzten Ziel sein soll und welche Methode dafür angemessen ist.


Klientenzentrierte Gesprächstherapie

Humanistische Verfahren – wie die klientenzentrierte Gesprächstherapie – gehen davon aus, dass jede(r) im Kern gut und seelisch gesund ist. Jede(r) hat das Recht und die Fähigkeit, sein/ihr Leben den eigenen Vorstellungen gemäß zu gestalten. Und jede(r) hat das natürliche Bedürfnis, mit sich selbst und der Umwelt in Harmonie zu leben. Schließlich hat jede(r) hat alle Selbstheilungskräfte in sich, gesund und selbstbestimmt glücklich zu leben.

Humanistische Therapien fördern die Selbstentfaltung durch Selbsterkenntnis und Wahrnehmung dieses inneren Potenzials und damit den Zugang zu Selbstheilungskräften. Nicht die eingesetzte Methode ist es, die heilt, sondern vor allem eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz. Diese bieten Klienten den geschützten Rahmen, in dem sie sich selbst frei entfalten und erkennen können. In diesem besonderen Kontakt steht der Klient im Mittelpunkt. Es gibt kein autoritäres Gefälle und keine Abhängigkeit.

Ich bin auch als Ausbilderin für dieses Verfahren tätig.

Aktuelle Termine
siehe Programmheft (PDF)
 
 
Klientenzentrierte Körpertherapie (Focusing)

Im Focusing-Prozess wird die Ganzheit des Menschen aus Körper und Kopf betont. Durch die Förderung des Dialogs zwischen den Körpergefühlen und den dazugehörenden Gedanken oder Problembereichen können Klienten die volle Bedeutung eines Problemes ganzheitlich erfassen und mit Hilfe der Weisheit des Körpers neue Möglichkeiten und Antworten finden.

Ich bin auch als Ausbilderin für dieses Verfahren tätig.

Außerdem biete ich Focusing auch als Wochenendkurs an (3 WE).

Aktuelle Termine
siehe Programmheft (PDF)
 

Sie können sich das Anmeldeformular als PDF downloaden.
Bitte mailen Sie es ausgefüllt als PDF oder JPG an aha@aha-psychotherapie.de
oder rufen Sie mich an: 0511 / 2 79 37 70.

 
Systemische Therapie

Wenn ich mich als Systemische Familiensozialtherapeutin vorstelle, werde ich oft gefragt, ob ich denn Familienaufstellungen mache. Mache ich nicht.
Systemik ist ein heterogenes Feld mit sehr unterschiedlichen Akzentuierungen, eher eine Sichtweise als ein methodisches Werkzeug, das verschiedene Schulen in sich vereint, die sich ständig weiter entwickeln, und die unterschiedliche Strategien verfolgen.

Systemische Therapien gehen allgemein davon aus, dass alles mit allem zusammenhängt, wie dies zum Beispiel bei einem Mobile der Fall ist. Stellen Sie sich vor, Sie bewegen ein Element, dann wird sich auch das Ganze verändern. Ein winziger Anstoß reicht oft schon aus, um eine große Veränderung zu bewirken. Dieser Vorzug systemischer Therapien, dass oft wenige Therapiesitzungen ausreichen, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Veränderungsprozesse eben nicht immer nur leicht und schnell gehen.

Familienaufstellungen sind sehr umstritten, ich will mich an dieser Stelle nicht in die Diskussion einklinken, nur so viel: Es gibt nicht die allein selig machende Therapiemethode, doch die meisten Verfahren bieten gute und hilfreiche Ansätze und Elemente, die man je nach Bedarf kombinieren und dadurch optimieren kann.

Therapie ist ein kreativer Prozess, der auf die jeweilige Persönlichkeit, die Lebenssituation, den Therapieauftrag, das -ziel sowie auch auf den jeweiligen Zeitpunkt abgestimmt sein muss. Kombinationen aus verschiedenen Verfahren, einfühlsam und mit viel Fingerspitzengefühl ausgewählt, bieten da entscheidende Vorteile, indem man die Stärken der einzelnen Methoden unter Vernachlässigung ihrer Schwächen einsetzt. Systemische Ansätze und Psychodrama sind in diesem Spektrum ein enorm großer Gewinn.

Anders als die Psychoanalyse sieht die Systemik nicht nur die Einzelperson, sondern auch immer das Gesamtsystem, indem sie sich bewegt - also zum Beispiel die Familie. Systemische Intervention kann sich also auch auf die Familie und nicht (nur) auf das Individuum beziehen. Außerdem arbeitet Systemik weniger biografisch, sondern eher gegenwarts- und zukunftsorientiert. Sie richtet den Fokus auch nicht auf Probleme und Defizite, sondern auf Lösungen und Ressourcen des Klienten.

Im Unterschied zur analytischen Perspektive ersetzt die Systemik den Begriff und die Denkweise der Kausalität durch die Zirkularität, der zufolge es weder Anfang noch Ende eines Leidens gibt, weder Auslöser noch Ursache für ein Problem, sondern alles mit allem in Wechselwirkung steht, jede Handlung Rückwirkungen auf die handelnde Person selbst hat, also selbstreferent ist, und alles ständig in Bewegung ist. Wir wissen längst seit Heraklit: Einzig beständig ist der Wandel. Nur: Wenn sich alles verändert, wie schafft es dann ein System, sich nicht zu verändern?

Für den Systemiker gibt es noch nicht einmal ein Problem, denn die (versuchte) Lösung ist das Problem und damit eine Fähigkeit. Dies würdigend ist die zentrale Frage, die den Berater bewegt, was dieses vermeintliche Problem aufrecht erhält, wer davon profitiert, und wer es am meisten vermissen würde, wenn es plötzlich verschwände. Das kann manchmal zynisch wirken, deshalb gilt es, solche Fragen nur mit großer Sensibilität zu bewegen.

Ich bin auch als Ausbilderin für dieses Verfahren tätig.

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Psychodrama

Psychodrama heißt nicht etwa, dass es dramatisch zugehen müsste. Der Begriff Drama bedeutet Schauspiel. Inneres Erleben wird auf eine Bühne gebracht (externalisiert), entwickelt, bewegt, gespiegelt, transformiert und prozessiert. Was so dramatisch klingt, ist vielmehr eine spielerische und sehr kreative Methode, bei der - in Gruppen, aber auch in der Einzelarbeit - eigene Themen bearbeitet werden. Sie werden also nicht nur intellektuell besprochen, sondern intuitiv gespielt. Durch aktiven Rollentausch können die einzelnen Aspekte eines Themas bzw. Anteile der Persönlichkeit »erfühlt« und auch körperlich wahrgenommen werden, was sehr schnell sehr tief gehen kann. Der Klient ist Hauptdarsteller und Regisseur in einer Person und kann so das Bühnenstück seines Themas/seines Lebens selbst so beeinflussen, dass ein Happy End möglich wird. Der leichte Zugang zu den eigenen Gefühlen und Persönlichkeitsanteilen wie auch die spielerische Leichtigkeit und Erlebbarkeit auf dem Weg zu Lösungsmöglichkeiten gehören zu den großen Vorzügen dieser Methode.

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Schreibtherapie

Dass Schreiben heilen, entlasten und befreien kann, hat jeder schon einmal erlebt, der sich etwas von der Seele geschrieben hat. Dass Schreiben aber auch als therapeutisches Werkzeug in der Zusammenarbeit mit Klienten äußerst fruchtbar sein kann, welche konkreten Techniken es gibt, und wie es geschehen kann, dass Worte scheinbar wie von selbst und mühelos aufs Papier fließen, ist vielen vielleicht noch nicht bekannt. Schreiben hat sich in der Therapie von Ängsten, Depressionen, Traumata etc. bewährt. Untersuchungen zufolge unterstützen, vertiefen und beschleunigen schreibtherapeutische Interventionen seelische Prozesse erheblich. Die Schreibtherapie kann auch sehr gut integrativ, d.h. in Kombination mit anderen Methoden, angewendet werden.

Oft staunen die Autoren und Leser in einer Person, was da aus ihnen selbst herausgeflossen ist und nun schwarz auf weiß vor ihnen liegt: Da werden ungeahnte Ressourcen entdeckt, Lösungen gefunden, Belastendes erleichtert, Unbewusstes bewusst und Sprachlosigkeit überwunden. Stift und Papier helfen, sich schreibend selbst zu erkennen, sich neu zu orientieren, kreative Potenziale zu entfalten, Sprache für Unausgesprochenes und Uner(ge-)hörtes zu finden, (Schreib-)Blockaden abzubauen, Unfassbares in Worte zu fassen etc.

Schreiben ist eine wunderbare Art, sich den eigenen Gefühlen und Wünschen und damit sich selbst zu nähern. Mit dem Stift in der Hand nehme ich zugleich mein Leben in die Hand, gestalte und schaffe meine Welt neu. Und schließlich: Die Worte, die wir verwenden, wirken auf uns selbst zurück.

Ein Hinweis noch: Jeder (!) kann die heilende und schöpferische Kraft des Schreibens erleben und frei von Bewertung und literarischem Anspruch sich selbst und anderen begegnen.

Aktuelle Termine
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Fragen und Antworten

Ich hab doch keine Macke!?

Selbstverständlich nicht. Es ist sehr schade, dass das Gerücht so haltbar ist, Psychotherapie sei etwas für Kranke oder irgendwie Gestörte, mit denen etwas nicht stimmt. Ich glaube, dass jeder im Laufe seines/ihres Lebens in schwierige Lebensphasen geraten kann, in denen er/sie sich psychotherapeutische Unterstützung gönnen kann oder diese sogar notwendig ist, ohne dass er/sie deshalb gleich krank sein muss oder selbst die Schuld dafür trägt.
Menschen haben weder Defekte noch Störungen, die mittels einer Therapie repariert werden, sondern sind durch ihre Symptome und Probleme zu not-wendigen Wachstums- und Entwicklungsschritten aufgefordert, bei denen fachkundige therapeutische Unterstützung hilft.


Was ist denn der Unterschied zu einem Gespräch mit einer mir persönlich bekannten Vertrauensperson?

Sicherlich lassen sich manche Lebenskrisen auch alleine oder mit Hilfe von guten Freunden oder der Familie bewältigen. In Freundschaften und Beziehungen gibt es jedoch meistens persönliche Interessen: ängste, den anderen zu verlieren oder zu verletzen, auch davor, der andere könne sich verändern und sich damit von einem selbst entfernen etc. Oder Akzeptanz wird nur in Abhängigkeit von Wohlverhalten o. a. verschenkt.
Ich habe hingegen keinerlei persönliches Interesse, ich bin neutral. Das einzige, was mich interessiert, ist das Wohlbefinden des Klienten.
Dadurch habe ich einen objektiveren Blickwinkel, nehme den anderen unvoreingenommen wahr und teile ihm meine Wahrnehmungen mit, stelle ein paar andere Fragen und bin darin geschult, psychodynamische Zusammenhänge und Hintergründe zu erkennen und ein Gespräch so zu führen, dass der Klient mehr und mehr seine eigene Wahrheit, seine eigene Problemlösungskompetenz (wieder-)entdeckt, seine Selbstsicherheit (zurück-)gewinnt etc.
Wenn ich mit einem Klienten zusammenarbeite, geschieht das in einem geschützten Raum und vertrauensvollen Rahmen, in dem der andere sich sicher fühlen kann, und in einem Klima von Akzeptanz, Empathie und Wertschätzung.


Ich habe keine Lust, in meiner Kindheit zu graben und meine Probleme darüber zu definieren. Muss das sein?

Im Einzelfall kann das sinnvoll sein, um evtl. Unbewusstes bewusst zu machen, bestimmte Themen und Muster und deren Herkunft zu erkennen oder dem Klienten helfen, mehr Verständnis für sich selbst aufzubringen. Letzteres kann manchmal sehr erleichternd sein.
Genauso gut ist es aber möglich, dass unnötige Rückblicke belasten.
Um auf Ihre Frage zu antworten: Nein, es MUSS nicht sein. Wichtiger als die Ursache der aktuellen Problematik ist deren Lösung.
Ich gehe davon aus, dass jeder bereits alle Ressourcen besitzt, die er zur Bewältigung seiner Probleme und Beschwerden braucht. Meine Aufgabe sehe ich darin, mit meinen Klienten gemeinsam dieses - mehr oder weniger - verborgene Potenzial zu finden, zu entwickeln und zu verwirklichen.


Wie machen Sie das, gemeinsam mit Ihren Klienten dieses Potenzial zu finden, zu entwickeln und zu verwirklichen?

Für mich ist jeder Mensch eine einzigartige Persönlichkeit, etwas ganz Besonderes mit ganz eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Stärken. Ich glaube, dass in den meisten Menschen wesentlich mehr steckt, als sie selbst wissen. Darauf achte ich. Erstmal lerne ich einen Klienten kennen, gucke mir seine Ressourcen und Stärken an, spiegele meine Wahrnehmungen, nehme seine Reaktionen darauf wahr, sehe, was keiner selbst bei sich sehen kann, z. B. wenn er/sie etwas Trauriges erzählt und dabei lächelt etc. Ich arbeite integrativ mit verschiedenen Techniken und Methoden, glaube aber nicht, dass es darauf letzlich ankommt. Meines Erachtens brauchen Menschen in erster Linie Menschen und keine Mittel, Medikamente und Methoden. Auch Erklärungen, Interpretationen und Analysen mögen zwar von akademischen Interesse sein, bringen jedoch selten eine wirkliche nachhaltige Veränderung, Erleichterung oder Heilung von Leiden - manchmal schaden sie sogar mehr als sie nutzen.
Was wirklich hilft, damit ein Individuum sich gemäß seinem eigenen Potenzial entfalten kann, sehe ich eher in aufrichtiger Wertschätzung, Empathie, Interesse, Verständnis, Ehrlichkeit, Anteilnahme, Zuwendung etc. Aus meiner Sicht sind die meisten seelischen Nöte auf ein Versagen von Empathie und bedingungsloser Akzeptanz zurückzuführen. Wenn sie sich endlich gesehen, wahr- und ernstgenommen und verstanden fühlen können ohne dabei bewertet zu werden, wenn sie endlich bedingungslose Wertschätzung erfahren, beginnen sie dieselbe Wertschätzung für sich selbst zu empfinden, sich selbst und ihre Möglichkeiten zu erkennen und zu werden, wer sie wirklich sind. DAS ist Heilung. Und das schafft keine noch so gut angewandte und erlernte Technik oder Medikation.


Was sind das für Techniken und wieso sprechen Sie von einem Werkzeugkoffer?

Techniken und Methoden sind für mich lediglich Werkzeuge, sie haben keinen Selbstzweck. Es gibt (leider) keine allein seligmachende Methode, mit der man alle Beschwerden einfach wegzaubern kann.
Je nach Therapieziel, individueller Lebenssituation und Persönlichkeit des Klienten bediene ich mich verschiedener therapeutischer Methoden (Gesprächstherapie, Hypnose, Focusing, Schreibtherapie, ressourcen- und lösungsorientierten Kurztherapie, Elementen aus anderen kreativen und humanistischen Verfahren).
Zu bestimmten Zeitpunkten innerhalb eines Therapieverlaufs kann für den einen eine Hypnosesitzung sinnvoll sein, während der andere von einem Gespräch oder einer Focusingsitzung (siehe unten) profitiert. Ich entscheide jeweils gemeinsam mit meinen Klienten, wann welche Methode angezeigt ist.
Nicht die eingesetzte Methode alleine wirkt, sondern vor allem eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung. Diese bietet Klienten den geschützten Rahmen, in dem sie sich selbst frei entfalten und erkennen können und Zugang zu eigenen Selbstheilungskräften und Problemlösungen bekommen.
Therapie ist für mich ein kreativer Prozess, der meinen Klienten und deren Situation angemessen sein soll, so dass diese den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen können. Dabei sind auch philosophische und spirituelle Fragen nach Sinn und Sein nicht ausgeschlossen.


Was verstehen Sie unter Sinn? Einen immanenten? Transzendenten? Sonstigen? Gott? Frankl? Heidegger?

Die Frage nach dem Sinn ist meines Erachtens eine höchst individuell zu beantwortende Frage. Ich vermittle keine weltanschauliche, religiöse oder politische Einstellung in meiner psychotherapeutischen Arbeit.
Ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, und meine persönlichen Gedanken dazu haben nichts mit denen meiner Klienten zu tun. Ich glaube nur, dass es für jeden wichtig ist, persönliche Antworten zu finden bzw. selbst Sinn zu setzen. Ob das für den einzelnen religiös ist oder existenzialistisch oder sonst wie, ist sekundär.


Ist ein individueller Sinn eigentlich ein Sinn?

Seit Urzeiten beschäftigen sich Menschen mit der Frage nach dem Sinn und haben unzählige Theorien dazu entwickelt. Eine Psychotherapie ist keine Antwort. Und ich habe auch keine.
Ich meine nicht den einen absoluten, übergeordneten Sinn, den keiner kennt.
Erfahrungsgemäß haben Menschen in Krisen oft ein großes Bedürfnis, Sinn finden oder geben zu können, um eine schwierige Situation besser meistern und fruchtbar machen zu können. Oder sie geraten auch in eine Sinnkrise, weil sie in ihrem Glaubenssystem erschüttert sind oder dieses nicht mehr trägt.
Dieses Thema kann in einer Psychotherapie Raum haben, ohne dass ich jemandem sage, was er glauben soll.
Insofern kann eine Krise im nachhinein als sinnvoll erlebt werden, als sie z. B. eigene Ressourcen gestärkt haben wird, neue Lebensmöglichkeiten eröffnet haben wird, einer Neuorientierung oder zu einem Wertewandel geführt haben wird etc.
Sinn kann aber auch als Teil einer Weltanschauung verstanden werden, der dem Klienten die Kraft gibt, eine Krise zu überstehen. Es muss nur seine eigene, aus ihm selbst gewachsene überzeugung sein und keine von mir oder anderen übernommene.


Wenn Sie Ihre persönlichen Gedanken aus der Therapie heraushalten, wie soll ich als Patient, ohne eine Autorität (die ich mir vielleicht pfeiferauchend und weiser als ich selbst vorstelle) das alles machen (Krisen als Chancen nutzen, Kräfte sammeln, Sinn schaffen usw.)?

Ich verstehe, dass Sie diese Vorstellung zunächst einmal überfordert. Ich stehe anwaltlich für das Vertrauen in diese, jedem Klienten eigene persönliche Kompetenz - wie unbewusst diese auch sei, wie wenig der Klient selbst auch daran glauben kann. Wie gesagt: Ich unterstütze meine Klienten, ihre eigene Wahrheit zu finden, nicht meine. Ich arbeite klientenzentriert, d. h. der Klient steht im Mittelpunkt, nicht ich oder irgendeine Methode.
Es ist die vertrauensvolle therapeutische Beziehung auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz, die es dem Klienten ermöglicht, in zunehmendem Kontakt zu sich selbst individuelle Antworten zu finden.


Wie lange dauert denn so eine Therapie?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort darauf. Manchem hilft schon eine Sitzung, ein anderer braucht zwei Jahre - und alles, was dazwischen liegt. Nach einem ersten Gespräch entscheide ich mit meinen Klienten gemeinsam über die voraussichtliche Dauer, oder wir legen Etappen fest, nach denen wir die Therapieziele mit dem bereits Erreichten vergleichen und dann neu entscheiden.


Zahlt das die Kasse?

Private Kassen, die Beihilfe oder private Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten je nach Versicherungsabschluss anteilig oder bis zu einer gewissen Höchstgrenze im Jahr. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - die Kosten für die Behandlung durch Heilpraktiker für Psychotherapie nicht. Das Finanzamt kann unter Umständen die Kosten einer Behandlung beim Heilpraktiker als außergewöhnliche Belastung anrechnen.